Sportboot­führerschein Binnen

Der amtliche Befähigungsnachweis für Sportboote auf den Binnenschifffahrtsstraßen — mit Antriebsmaschine, unter Segel oder kombiniert. Inklusive ICC für den Einsatz im europäischen Ausland.

Paar in weißem Boston Whaler Motorboot fährt auf ruhigem blauem Wasser; Mann steuert, Frau lächelt

Was ist der SBF Binnen?

Der Sportbootführerschein Binnen ist der amtliche Befähigungsnachweis für das Führen von Sportbooten auf den Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes — Flüsse, Kanäle und viele Seen. Rechtsgrundlage ist die Sportbootführerscheinverordnung (SpFV).

Den Schein gibt es in drei Antriebsarten: Antriebsmaschine, Segel oder kombiniert.

Wer braucht den SBF Binnen?

Mit Antriebsmaschine

Sobald du ein Sportboot mit mehr als 11,03 kW (15 PS) Verbrennungsmotor oder mehr als 7,5 kW Elektromotor (Dauerbetrieb) führen willst — bei Bootslängen unter 20 m.

Auf dem Rhein

Dieselben Leistungsgrenzen wie auf den übrigen Bundeswasserstraßen, geregelt durch die Rheinschifffahrtspolizeiverordnung.

Unter Segel

Nur auf wenigen Bundeswasserstraßen nötig — vor allem auf den Berliner Gewässern. Auf fast allen anderen Binnengewässern reicht der Segelgrundschein.

Sonderfall Bodensee

Der Bodensee ist keine Bundeswasserstraße — hier gilt das Bodenseeschifferpatent. Für einen Urlaub kannst du gegen Vorlage des SBF Binnen ein Urlaubspatent erhalten.

Voraussetzungen

  • Mindestalter: 16 Jahre für Antriebsmaschine
  • Sehtest: Sehschärfe und Farbsehen (Ishihara-Tafeln)
  • Identität: gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Passbild: biometrisch, 35 × 45 mm
  • Bei Minderjährigen: Einwilligung des gesetzlichen Vertreters

Ein Erste-Hilfe-Kurs ist beim SBF Binnen nicht Pflicht — viele Schulen empfehlen ihn aber.

Theorieprüfung

Die Theorie deckt Schifffahrtsrecht, Seemannschaft, Wetterkunde sowie Navigation und Lichterführung ab.

  • 30 Fragen pro Bogen: 7 Basisfragen + 23 spezifische Fragen — Multiple Choice
  • Bestehensgrenze: mindestens 5 Basis- und 18 spezifische Fragen korrekt (etwa 80 %)
  • Dauer: 45 Minuten
  • Amtlicher Katalog: 300 Fragen gesamt — von der WSV (elwis.de) veröffentlicht

{snippet_content:4527}

Praxisprüfung

Pro Aufgabe hast du maximal zwei Versuche. Die Pflichtmanöver hängen von der Antriebsart ab.

  • Antriebsmaschine: Anlegen, Ablegen, Mensch-über-Bord-Manöver — jeweils unter Motor
  • Segel: Wende, Halse, Beidrehen, An- und Ablegen, MOB unter Segel

Knoten — sechs von sieben müssen sitzen:

  • Achtknoten
  • Kreuzknoten
  • Palstek
  • Einfacher und doppelter Schotstek
  • Stopperstek
  • Webleinstek (auch auf Slip)
  • Rundtörn mit zwei halben Schlägen
  • Belegen einer Klampe mit Kopfschlag

Ablauf

  1. Anmeldung bei einer Sportbootschule
  2. Theorieunterricht (typisch 6–10 Abende) plus Selbststudium
  3. Praxisstunden auf dem Schulboot
  4. Sehtest und Antrag mit Passbild einreichen
  5. Theorie- und Praxisprüfung beim DMYV oder DSV
  6. Aushändigung des Führerscheins — unbefristet gültig

Geltung im Ausland — der ICC-Vorteil

Der SBF Binnen enthält das International Certificate of Competence (ICC) nach UNECE Resolution 40. Damit ist er offiziell anerkannt unter anderem in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Kroatien, dem Vereinigten Königreich, Irland und vielen weiteren Ländern.